Paula und die tote Zeit

Kinder machen lange Ohren,
hören manchmal heimlich hin,
so wird mancher Quatsch geboren,
ohne Halt und ohne Sinn.

Oma Ilse geht in Rente,
schlägt die Tageszeit dann tot,
sie hat aber noch Talente,
die benutzt sie in der Not.

Hört die Paula Oma sagen,
und der Vater nickt dazu,
dies schlägt Paula auf den Magen,
lässt ihr einfach keine Ruh‘.

Sie beschattet alle beide,
folgt ihnen gar auf Schritt und Tritt,
doch in ihrem roten Kleide
bekommen sie die Paula mit.

Hinter dem Geräteschuppen,
der Vater griff nach einem Beil,
die Oma häkelte für Puppen
ein neues gelbes Oberteil.

Da schrie die Paula plötzlich auf:
„ Oh Vater, schlag die Zeit nicht tot!“
„Ach, liebes Kind wie kommst du drauf?
Ich spalte Holz fürs Abendbrot.“

Twity-Autor, 24.04.2018
@ by Twity-Autor

 

 

 

 

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Abends

Abends kehrst du bei mir ein,
mit verzücktem Lächeln.
Und wir trinken edlen Wein,
die Gefühle schwächeln.

An der Tür, ein lautes Wort,
der Nachbar hat kein Wasser.
Er treibt mir die Bilder fort,
diese werden blasser.

Meine Liebe geht dahin,
wie auch die Gedanken.
Als ich aufgestanden bin,
musste ich kurz schwanken.

Doch dann ging ich mit Verdruss
zu der Türe Schwelle.
Mit dem Klopfen war dann Schluss,
dank meiner Wasserquelle.

Und der Nachbar ging klitschnass,
von mir gut gebadet,
ärgerlich und etwas blass,
was nicht wirklich schadet,

in sein Stübchen nebenan,
um sich gleich zu föhnen.
Und ich selber schlief alsdann,
ohne laut zu stöhnen.

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Twity, 06.10.2017
© by Twity-Autor

Die Spaghettimonster


Auf einem Tisch, in einem Saal,
da stand ein großer Topf.
Die Wände waren rot und kahl,
verfärbt war mancher Schopf.

Dort traf man sich aus Leidenschaft,
die Pasta wird verehrt.
Die rote Soße gab viel Kraft,
gemeinsam wird verzehrt.

Bewaffnet war ein jeder Gast,
durch Gabeln in der Hand.
Sie alle hatten Lust und Knast,
dem Topfe zugewandt.

Und dann ertönt der Paukenschlag,
dies war der Monster Zeit.
So manche Nudel flog am Tag,
sie klebte lang und breit.

An Wand und Decke, Tisch und Haar,
wie Monster eben sind.
Und jeder warf und jeder sah,
in jedem steckt ein Kind.

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Twity, 24.07.2017
© by Twity-Autor 

 

Das Dichten

Das Dichten ist gar eine Kunst,
liebt man der Sprache Wort,
doch hat man davon wenig Dunst,
ist manches Werk gar Mord.

Doch nutzt man seine Tastatur
und reimt schön an den Enden,
(von mir aus über Wald und Flur,)
dann lässt sich manches wenden.

Ergibt das Ganze dann noch Sinn
und ist mit Herz geschrieben,
dann rafft es manchen Leser hin
und es wird hiergeblieben.

Dann ist man jenem Dichter treu
und freut sich auf die Zeilen,
vorausgesetzt er schreibt sie neu
und borgt sie nicht bisweilen.

Denn mancher gibt sie nie zurück
und schmückt sich dann für immer,
er stiehlt Gedanken Stück für Stück,
und alles wird noch schlimmer.

Ein guter Dichter hat Ideen
verzichtet auf manch Feder,
er schreibt besonders klug und scheen
und zieht auch arg vom Leder.

Er kennt sich mit den Worten aus
und setzt sie stilvoll ein,
und kommt manchmal nur Unsinn raus,
dann sollte es so sein.

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Twity, 15.06.2017
© by Twity-Autor

Wenn der Scheitel breiter wird

Wenn der Scheitel breiter wird,
das Grau sich stark vermehrt,
ist das Färben nicht so gut,
es ist sogar verkehrt.

Denn wenn man etwas älter ist,
ist Reife angesagt,
sie sieht man gut am weißem Haar,
und Mut hat - wer sie wagt.

Da hat man auch ein Vorteil von,
man wird glatt unterschätzt,
und liegt mehr auf der faulen Haut,
wenn keiner weiter petzt.

So manches geht viel leichter durch,
spielt man auf „Tattergreis,“
da hat man öfters seine Ruh',
und spart den Färbepreis.

Den setzt man dann im Kaffee um,
bei Touren und beim Sport,
schließlich fühlt man sich noch jung,
ist auch die Jugend fort.

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Twity, 03.05.2017
© by Twity-Autor 

Ein Käfer

Ein roter Käfer auf Asphalt
rennt zwischen zweier Ritzen,
er ermüdete alsbald
und blieb dort einfach sitzen.
 
Dann kam ein blauer von VW,
mit circa achtzig Sachen,
ojemine, ojemine,
er ließ es richtig krachen.

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Twity, 25.04.2017
© by Twity-Autor 


Ein knallig rotes Osterei

 

Ein knallig rotes Osterei,
das wollte sich verstecken.
Da kam sogleich der Fuchs vorbei,
er wollte es erschrecken.

Doch weil es keine Ohren hat
und leider keine Beine,
da lag es sich die Schale platt
und war auch ganz alleine.

Doch wie der Zufall es gern will,
ein Kind hat es gefunden.
Ein gutes Kind mit Hut und Brill‘,
hat es am Zweig gebunden.

Und später klopfte jemand an,
das war die schwarze Dohle.
Dann fiel das Ei, oh man, oh man,
gar mitten in die Kohle.

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Twity, 12.04.2017
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Ich sann so leise vor mich hin

 

Ich sann so leise vor mich hin,
dass ich glatt eingeschlafen bin.
Und irgendwann da wacht' ich auf,
die Müdigkeit kroch an mir rauf.

Gedanken hatten es sehr schwer,
der kluge Kopf war richtig leer.
Und weil ich so nicht glücklich bin,
da sann ich wieder vor mich hin.

Doch diesmal lauter, dennoch still,
weil ich gar mehr Gedanken will.
Doch weil das Denken müde macht,
da habe ich nur halb gedacht.

Und plötzlich waren alle da,
Gedanken sind doch wunderbar.
Jetzt starre ich so vor mich hin,
und suche nach der Worte Sinn.

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Twity-Autor, 13.03.2017
© by Twity-Autor

Scheibenkleister

 


Dunkel war die Mitternacht,
ihr fehlten Mond und Sterne.
Der Schlossherr ist grad aufgewacht,
dies sah man aus der Ferne.

Doch als das Öl zu Ende ging,
da kamen auch die Geister.
Und als er dann am Kragen hing,
da schrie er: „Scheibenkleister!“

Das war natürlich nicht so gut,
sie nahmen es sehr wörtlich.
Sie klebten ihn mit Rock und Hut
an eine Scheibe örtlich.

Von außen hing er an ihr fest,
die Geister sind gegangen.
Er wünschte ihnen noch die Pest,
(so hat es angefangen.)

Am Morgen kam das Personal
und half ihm aus dem Mantel.
Und er erzählte von der Qual
und warf erbost die Hantel.

Dann ging er rasch zum Himmelbett,
um sich zu erholen.
Die Folgenacht war auch nicht nett,
da lief er über Kohlen.

Die Geister kamen jede Nacht,
um ihn zu entlohnen.
Er hat nur an sich gedacht,
mit ihnen muss er wohnen.

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Twity, 01.03.2017
@ by Twity-Autor