Abends

Abends kehrst du bei mir ein,
mit verzücktem Lächeln.
Und wir trinken edlen Wein,
die Gefühle schwächeln.

An der Tür, ein lautes Wort,
der Nachbar hat kein Wasser.
Er treibt mir die Bilder fort,
diese werden blasser.

Meine Liebe geht dahin,
wie auch die Gedanken.
Als ich aufgestanden bin,
musste ich kurz schwanken.

Doch dann ging ich mit Verdruss
zu der Türe Schwelle.
Mit dem Klopfen war dann Schluss,
dank meiner Wasserquelle.

Und der Nachbar ging klitschnass,
von mir gut gebadet,
ärgerlich und etwas blass,
was nicht wirklich schadet,

in sein Stübchen nebenan,
um sich gleich zu föhnen.
Und ich selber schlief alsdann,
ohne laut zu stöhnen.

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Twity, 06.10.2017
© by Twity-Autor

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Der Urnengang

 

Ich gehe jede Wette ein,
es wird genau wie immer sein:

Mancher hat Respekt vor Urnen,
mancher Tod wird weiter turnen,
jede Hoffnung spornt neu an,
deshalb wählen Frau und Mann,
in den kleinen Wahlkabinen,
die zum Kreuzemachen dienen,
je nach Lust und je nach Wetter,
jeder hofft, es kommt nicht fetter,
und man kreuzt zwei Listennamen,
die man kennt, auch kürzlich kamen,
manchen nimmt man sich zur Brust,
straft ihn ab, mit großem Frust.
Mancher hat gut nachgedacht,
da Strategie auch manchmal lacht,
gar mancher geht vor Toresschluss
und wählt weil er noch wählen muss.
So mancher lässt es diesmal sein
und nutzt den Tag bei Sonnenschein.
Und die Alten und die Kranken
werden sich auch nicht bedanken.
Denn sucht man sie mit Urnen auf,
kommt der Unmut gleich zuhauf.
Und am Ende wird man sehen,
wer darf bleiben, wer muss gehen?
Wer belog die Mütter, Väter?
Oder auch die vielen Alten?
Wer wird die Gesellschaft spalten?
Ja, dass wissen wir erst später...

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Twity, 19. 09.2017
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Der Erpel und die Schwäne

In einem blauen Badesee,
schwimmen Enten, Schwäne.
Jedes Jahr wächst um ihn Klee,
im Sommer fahren Kähne.

Familie Schwan nutzt ihre Bahn,
ein Erpel kommt dazwischen.
Dies grenzte fast an Größenwahn,
die Schwäne hört man zischen.

Die Jungen sind erst Tage alt,
das Nähern ist gefährlich.
Dies ließ auch nicht den Erpel kalt,
es lohnt sich nicht, ganz ehrlich.

Von Schwänen hat er wohl genug,
sie schnappten nach dem Kleide.
So kam es schnell zum Entenflug,
er suchte rasch das Weite.

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Twity, 07.08.2017
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Die Spaghettimonster


Auf einem Tisch, in einem Saal,
da stand ein großer Topf.
Die Wände waren rot und kahl,
verfärbt war mancher Schopf.

Dort traf man sich aus Leidenschaft,
die Pasta wird verehrt.
Die rote Soße gab viel Kraft,
gemeinsam wird verzehrt.

Bewaffnet war ein jeder Gast,
durch Gabeln in der Hand.
Sie alle hatten Lust und Knast,
dem Topfe zugewandt.

Und dann ertönt der Paukenschlag,
dies war der Monster Zeit.
So manche Nudel flog am Tag,
sie klebte lang und breit.

An Wand und Decke, Tisch und Haar,
wie Monster eben sind.
Und jeder warf und jeder sah,
in jedem steckt ein Kind.

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Twity, 24.07.2017
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Enkelkinder


Jedes Herz blüht vollends auf,
durch die Enkelkinder.
Es ist, als wäre man noch jung,
sie bringen Freude und viel Schwung,
nicht selten wird man zum Erfinder.

Um sie in den Schlaf zu betten,
um Geschichten zu erzählen.
Man besinnt sich gerne wieder,
singt mitunter alte Lieder,
die uns selbst seit Jahren fehlen.

Schön ist es sie anzusehen,
wenn sie schlafen, glücklich sind.
Liebe lässt es schnell geschehen,
niemals wird sie je vergehen,
man ist vernarrt in jedes Kind.

In ihre großen Kulleraugen,
die süßen Bäckchen rosa-zart.
Die kleinen Finger und die Zehen,
wenn sie die ersten Schritte gehen,
auf ihre Weise, ihre Art.

Es ist sehr schön sie zu begleiten,
fast ist es, wie es damals war.
Es ist das größte Glück auf Erden,
wenn auch die Kinder Eltern werden,
dann ist Vergangenheit ganz nah.

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Twity, 24.07.2017
© by Twity-Autor 

Die schneckenfesten Sommerblumen

 

Wie herrlich ist die Sommerpracht,

wenn dazu noch die Sonne lacht.

Doch manchmal kehren groß und klein

vereinzelt Wanderschnecken ein.

 

Um manchen Garten, manches Feld,

ist es deshalb schlecht bestellt.

Die nackten und die Weinbergschnecken

durchforsten zu gern alle Ecken.

 

Sie werden schnell zur Gartenplage

und gefährden seine Lage.

Doch mancher greift vorsorglich ein,

dann muss es Schneckenfestes sein.

 

Ein Lieschen was gar fleißig ist,

Begonien die kein Schneckchen frisst.

Cosmea, Bidens, Eisenkraut,

auf diese wird sehr gern vertraut.

 

Mit schmucken Körbchen, Sternendolden

liegt man richtig, liegt man golden.

Auch Mangold mögen Schnecken nicht,

der Endivien-Salat für sich spricht.

 

Tomaten bleiben auch verschont,

obwohl ringsum manch Schädling wohnt.

Tagilie, weißer Mauerpfeffer

sind ebenfalls ein guter Treffer.

 

Und auch der gelben Sonnenbraut

hat so mancher schon vertraut.

Schellen, Lilien, Sonnenhut

eignen sich zum Schutze gut.

 

Ansonsten muss man Schnecken sammeln,

damit die Pflanzen nicht vergammeln.

Mancher probiert Kalk und Bier,

streut Kaffeesatz in ihr Revier.

 

Doch mancher hegt den Gartensport

und wirft die Schnecken einfach fort.

Erfreut sich an dem Blumenbeet,

solange dieses blüht und steht.
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Twity, 24.07.2017

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Der sommerwarme Regen

 

Der sommerwarme Regen,

löscht Durst und ist ein Segen,

für Tiere und für Pflanzen,

wie Rosen und auch Wanzen,

wie Bäume und die Falter,

egal in welchem Alter,

sie haben nichts dagegen.

 

Zieht die Front dann weiter,

so wird es hell und heiter,

die Sonne zeigt sich wieder,

die Vögel singen Lieder,

von Gräsern fallen Tropfen,

die perlen und nicht klopfen,

und manches Beet wird breiter.

 

Twity, 27.07.2017

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Das Echo

Das Echo ruft mit weitem Schalle
was zuvor Spaßvogel rief,
gar dreifach und dann schloss die Falle,
es rollten Steine, ein Baum stand schief.

Die laute Stimme war sehr mächtig,
sie hörte man im ganzen Tal,
so mancher Wanderer war trächtig,
es gab gar viele an der Zahl.

Und sie probierten voller Freude,
so manchen dummen Wortschatz aus.
Vereinzelt rannten dann die Leute,
Geröll begrub fast Hund und Maus.

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Twity, 27.07.2017
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Das gnadenlose Schicksal


Wohin das Schicksal uns auch führt,
es liegt nicht in den Sternen.
Wie auch immer es berührt,
kein Mensch kann es entfernen.
 
Öfters wechseln Hoch und Tief,
sein Päckchen muss man tragen.
Manches läuft mitunter schief,
dann häufen sich die Fragen.

Warum, weshalb, wieso denn nur?
Gern sucht man nach den Gründen.
Verfolgt mitunter Zeit und Spur,
die dann ins Jenseits münden.

Dort stehen beide gänzlich still,
als wäre nichts passiert.
Doch weil das Leben es so will,
wird abermals floriert.

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Twity, 24.07.2017
© by Twity-Autor