Ein Hase

 

Ein Hase kam als fremder Gast
zum Huhn und deren Küken.
Und weil es ihm gar zeitlich passt,
soll jene Eier drücken.

Und auch der Rest im Hühnerstall
kam seiner Bitte nach.
Denn er versprach in jedem Fall,
gar Heu was niemals stach.

Sie pressten deshalb im Akkord,
die Sitzung muss sich lohnen.
Der Hase trägt die Eier fort,
wo viele Menschen wohnen.
 
Dort werden sie gekocht, gefärbt,
für's liebe Osterfeste.
Dem Hasen wird das Fell gegerbt,
man will ja nur das Beste.
 
Und jener hatte echt geglaubt,
man würde ihn verschonen.
Wenn er für sie die Eier raubt,
dann würde es sich lohnen.

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 Twity, 31.03.2017
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Eine dicke Hummel

Eine dicke Hummel
summt im Flug daher.
Fliegt in Richtung Tulpen,
stürzt ins Blütenmeer.

Saugt mit ihrem Rüssel
gelben Pollen ein.
Trinkt vom süßen Nektar,
und bestäubt sich fein.

Nutzt dabei die Flügel,
drückt sich Stempel auf.
Und besucht die Kirsche,
gibt trotz Wind nicht auf.

Eine dicke Hummel
liebt den Sonnenhut.
Und auch wilde Kätzchen
sind für Hummeln gut.

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Twity-Autor, 21.03.2017
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Das Wagnis Leben

 

Wo sich die Liebe findet,
hört nicht das Sehnen auf.
Wer sich an Träume bindet,
nimmt Risiken in Kauf.

Die Herkunft kann entscheiden,
doch mancher von uns auch.
Denn Bildung lenkt beizeiten,
ist sie nicht Schall und Rauch.

Manch Leben gleicht dem Wetter,
der Sonne und dem Regen.
Für manchen kommt es fetter,
das kann sich wieder legen.

So ist es stets ein Hoffen,
ein Wagnis und ein Bangen.
Gar jeder ist betroffen,
will er zu Glück gelangen.


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Twity-Autor, 20.03.2017
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Ich sann so leise vor mich hin

 

Ich sann so leise vor mich hin,
dass ich glatt eingeschlafen bin.
Und irgendwann da wacht' ich auf,
die Müdigkeit kroch an mir rauf.

Gedanken hatten es sehr schwer,
der kluge Kopf war richtig leer.
Und weil ich so nicht glücklich bin,
da sann ich wieder vor mich hin.

Doch diesmal lauter, dennoch still,
weil ich gar mehr Gedanken will.
Doch weil das Denken müde macht,
da habe ich nur halb gedacht.

Und plötzlich waren alle da,
Gedanken sind doch wunderbar.
Jetzt starre ich so vor mich hin,
und suche nach der Worte Sinn.

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Twity-Autor, 13.03.2017
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Der alte Apfelbaum

 

Im Garten von Herrn Müller,
da steht ein Apfelbaum.
Er ist ein echter Knüller,
man staunt und glaubt es kaum.

Er ist zweihundert Jahre,
hielt manchen Krieg schon stand.
Manch Apfel streifte Haare,
er blieb, trotz Feuerwand.

Er half in Hungersnöten,
war Traumreich und Versteck.
Wenn seine Äpfel röten,
läuft keiner so schnell weg.

Er sah die Kinder toben,
und manche später sterben.
Den Zaun hat man verschoben,
es wechselten die Erben.

Doch er lebt einfach weiter,
der Sonne zugewandt.
Die Krone ist heut breiter,
er ist in „Bienenhand.“

Gar manche Äste fehlen,
das ist dem Baum egal.
Er könnte viel erzählen,
vom Glück und von der Qual.

Ihm ward es nie beschieden,
drum bleibt der Zeuge still.
Er kann noch manches bieten,
sofern sein Alter will.

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Twity-Autor 09.03.2017
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Rassismus

Die Möhre sprach zum Chinakohl:
„Mach dich von diesem Acker.
Was interessiert mich denn dein Wohl,
dein Nachwuchs oder Macker.“

Da sprach der Kohl zum Möhrenkraut:
„Ich kann euch gut verstehen,
dass ihr den Fremden nicht vertraut,
ihr könnt ja gar nichts sehen.

Einst schiffte man uns übers Meer,
um die Kultur zu speichern.
Dann fuhr man uns genau hierher,
um Vielfalt zu bereichern.

Jetzt hoffen wir in diesem Land
und schlagen für euch Wurzeln.
Doch ihr steckt euer Haupt in Sand
und lasst nur Sprüche purzeln.“

Die Möhre schien ab­rupt devot
und kroch tief in die Erde.
Sie schämte sich und wurde rot,
und hofft auf die Offerte.

©  by Twity-Autor, 2014