Die Faschingsmaus


Eine kleine Faschingsmaus,

ging zum Fasching aus dem Haus.
Als sie eine Katze sieht,
sieht man wie sie vor ihr flieht.

Schnell hat sie sich gut versteckt,
damit man sie auch nicht entdeckt.
Die Katze traf auf einen Hund,
er zog an ihr mit feuchtem Mund.

Das fand die Katze gar nicht gut,
sie schlich sich weg mit großer Wut.
Das Mäuschen kam aus dem Versteck,
jetzt war die Katze endlich weg.

Zum Umzug ist sie schnell gerannt,
da schrie vor Schreck ein Elefant.
Er rannte auf die Bühne zu,
und rammte eine braune Kuh.

Das arme Tier ward schwer beladen.
Wie geht es weiter? Könnt ihr raten?
Am Ende geht die Faschingsmaus
mit Katzenjammer blau nach Haus‘.

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Twity, 25.02.2017
© by Twity-Autor

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Im Garten meines Herzens

 


Im Garten meines Herzens,
da ist kein Tod zu Haus'.
Da blüht vor tiefster Liebe,
der schönste Blumenstrauß.

Es blüht in jeder Kammer,
die Liebe zur Natur.
Und will sie dann nach draußen,
berührt sie Wald und Flur.

Berührt sie alles Leben,
Gedanken werden leicht.
Sie blüht dort immer weiter,
bis sie ihr Ziel erreicht.

Im Garten meines Herzens,
da sieht es üppig aus.
Da wächst sogar die Freude
aus mir persönlich raus.


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Twity, 23.02.2017
© by Twity-Autor 


Der gefiederte Rückflug

 


Frau Schwalbe kommt aus Afrika,

sie hat dort überwintert.
Das macht sie stetig Jahr für Jahr,
noch nie war sie verhindert.

Die Reise war wie immer weit,
jetzt kommt sie gern zum Nisten.
Für Lehm und Halme wird es Zeit,
und auch für Vogelkisten.

Der Mauersegler folgt alsgleich,
gefolgt von Gänseschwärmen.
Und mancher Storch zieht in sein Reich,
da Winde sich erwärmen.

Pfuhlschnepfen finden auch zurück,
wie auch die Mönchsgrasmücke.
Der Kranich hatte großes Glück,
er schloss im Flug die Lücke.

Rohrsänger, Kuckuck und der Knutt,
sind ebenfalls zur Stelle.
Gar mancher ist vom Flug „kaputt,“
und sucht die Nahrungsquelle.

Die Wiesenweihe reiht sich ein,
und viele bunte Sänger.
Drum muss es folglich Frühling sein,
die Tage sind viel länger.

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Twity, 22.02.2017
@ by Twity-Autor

Im Elfenland

 

In einem fernen Land, wo man noch die Träume verwirklichen kann und es weder Neid noch Habgier gibt, lebt eine kleine Weihnachtselfe Namens Lilli. Sie ist von sehr zierlicher und anmutiger Gestalt und hat ein sehr großes und liebes Herz. Jeder kennt sie im Elfenland, weil sie immer gerne hilft.

Es waren nur noch zwei Tage bis zum Heiligen Abend und sie machte sich große Sorgen um den Weihnachtsmann. Denn sie hatte neulich Besuch von Nero. Er ist die rechte Hand vom Weihnachtsmann und die Oberelfe. Er berichtete ihr, dass der Weihnachtsmann erkrankt sei und das gerade in den letzten Tagen vor dem großen Fest noch sehr viel zu erledigen wäre.

Lilli trommelte alle Bewohner vom Elfenland zusammen. Sie trafen sich an einem herrlichen blauen See, der mit den schönsten Rosen umgeben war. Schmetterlinge und Bienen tummelten sich in dem satten Grün und in den buntesten Blütenkelchen. Lilli erhob das Wort:

„Meine Lieben, vielen Dank, dass ihr alle gekommen seid. Ich brauche dringend eure Hilfe. Der Weihnachtsmann ist erkrankt und nun sieht es sehr schlecht mit dem Weihnachtsfest aus. So viele Kinder auf der Erde werden traurig sein, wenn er nicht zu ihnen kommen kann. Viele Geschenke müssen noch in der Werkstatt angefertigt werden.“

Kaum hatte Lilli diese Botschaft verkündet, erklärten sich alle bereit gerne zu helfen. Nero, die Oberelfe, war gerührt und gemeinsam machten sie sich sofort auf den Weg zur Werkstatt vom Weihnachtsmann. Es war ein wunderbarer Anblick, die vielen farbenfrohen und lustigen Elfen tummelten sich wie ein Bienenvolk. Von ihnen ging eine wunderbare Magie aus. Sie trennten sich, denn jeder von ihnen hatte seine bestimmte Aufgabe.

Einige von ihnen gingen zum Haus vom Weihnachtsmann, andere in seine Werkstatt. Lilli und Nero suchten den Weihnachtsmann auf. Er lag in einem riesigen Bett und stöhnte vor sich hin. Als er aber Lilli und Nero sah, leuchteten seine lachenden Augen vor Freude.
„Wie geht es dir heute lieber Weihnachtsmann, fragte Lilli?“ – „Ach Lilli, sagte der Weihnachtsmann, ich habe eine schlimme Erkältung und bin mit meiner Arbeit dadurch in Verzug.“

„Mach‘ dir weiter keine Sorgen“ – sprach Lilli. Nero und ich haben Hilfe geholt, alles wird bestimmt rechtzeitig fertig sein.“ Nero stand neben dem Bett und nickte nur mit dem Kopf. „Ich gehe jetzt in die Werkstatt um nach dem Rechten zu sehen,“ flüsterte Nero und drehte sich noch einmal kurz um und zwinkerte dem Weihnachtsmann zu.

Während die fleißigen Elfen in der Werkstatt sich an das Tageswerk machten, versorgte Lilli den Weihnachtsmann. Sie kochte ihm einen besonderen Heiltee, mit allen Kräutern die es im Elfenland gab. Zur Stärkung gab es noch ein Nudelsüppchen mit Hühnerbrühe. Ihr müsst wissen, im Elfenland gibt es keine „normalen“ Hühner“ wie ihr sie bei euch kennt, es sind ganz besondere Hühner. Es dauerte nicht lange, da ging es dem Weihnachtsmann schon etwas besser, aber Bettruhe war immer noch angebracht.

Bis tief in die Nacht hinein werkelten die vielen kleinen und fleißigen Elfen in der Werkstatt. Und bei Tagesanbruch und den ersten Sonnenstrahlen – da war alles vollbracht. Es war nur noch ein einziger Tag bis zum Heiligen Abend. Inzwischen erwachte auch der Weihnachtsmann. Lilli hatte die ganze Nacht bei ihm gewacht. „Guten Morgen, lieber Weihnachtsmann“ – sagte Lilli. Er lächelte sie an und sprach:

„Dein Süppchen hat wahre Wunder bewirkt, mir geht es heute wieder viel, viel besser. Wie sieht es denn in der Werkstatt aus Lilli?“ Kaum hatte er dies ausgesprochen, stand Nero in der Tür.
„Guten Morgen, lieber Weihnachtsmann, guten Morgen liebe Lilli. Alle haben fleißig geholfen, es muss nur noch alles auf den großen Schlitten, dann kann es endlich los gehen.“
Der Weihnachtsmann gab Lilli und Nero einen dicken Schmatzer mitten auf die Wange und zog dann sogleich sein rotes Gewand mit der lustigen roten Mütze und der weißen Bommel an.

Mit eiligen Schritten verließ er das Haus und ging hinüber zur Werkstatt. Dort wurde er schon jubelnd empfangen. Alle freuten sich, dass es dem Weihnachtsmann wieder besser geht. Gemeinsam brachten die Elfen und der Weihnachtsmann alle neuen Spielsachen behutsam zum Schlitten. Die neun Rentiere vom Weihnachtsmann sind schon ganz aufgeregt. Und Rudolph darf wie in jedem Jahr den Schlitten anführen. Nero übergab dem Weihnachtsmann noch schnell die Weihnachtspost, damit er genau weiß, welches Kind welchen Wunsch hat. So sind die Bewohner im Elfenland eben, hilfsbereit und freundlich zu jeder Zeit.

Gegen Mittag macht sich der Weihnachtsmann und einige Elfen auf den Weg. Sie haben eine sehr lange Reise vor sich. Für eine kurze Zeit verlassen sie nun ihr wunderschönes Elfenland, um Freude in die Herzen aller Kinder dieser Welt zu zaubern…

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Twity-Autor, 13.12.2008
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Die farbigen Kräfte

Mitten in einer Grotte, unweit dem Seepferdchenparadies, tauchte hin und wieder eine kleine Wasserelfe auf. Ihr kostbarstes Gut war das Wasser, die Perlenriffe und die atemberaubende Unterwasserlandschaft mit all ihren Bewohnern. Doch damit gab sie sich nicht zufrieden, denn sie glaubte, das es viel bessere Schätze an Land gäbe, als nur das klare und blaue Wasser. So entstieg sie mit Hilfe ihrer Zauberkraft dem Meer, um für kurze Zeit an Land zu bleiben.

Sie suchte sich die höchste und prächtigste Grotte aus, um etwas Schutz vor der Sonne zu haben. Schließlich musste sie sich doch erst an sie gewöhnen. An den Wänden der Grotte tropfte kristallklares Wasser herunter. Sie war mit den schönsten Muscheln verziert und hatte mehrere Gänge. In ihnen fand die kleine Wasserelfe den unerlaubten Unterschlupf. Hatte sie sich doch einfach aus dem Wasserreich geschlichen, nur um alle Reichtümer anderer Welten zu bestaunen.

Kaum war sie dem Meer entstiegen, schwamm sie an einen wundervollen Sandstrand um sich die Schätze genauer anzusehen. Dort traf sie auch auf das Feuer und die Luft.
Sie spielten gerade wieder einmal mit ihren Kräften und jeder von ihnen wollte gewinnen. Dies kannten die Bewohner der Insel bereits und deshalb flüchteten sie schnell zum Schutz in ihre Hütten.

Als die beiden „Unruhestifter“ die kleine Wasserelfe sahen, waren sie doch sehr erstaunt. Sie unterbrachen ihr buntes Treiben und sprachen zu ihr: „Was suchst du an Land, du kleine Wasserelfe? Dies kann sehr gefährlich für dich werden.“ Die kleine Elfe antwortete sogleich: “Ich habe von euch bereits schon gehört und ich möchte gerne alle eure Schätze und die der Erde kennenlernen.“

Da schauten sie die beiden nur fragend an und da sie zwar unberechenbar waren, aber nie unhöflich, nahmen sie die Wasserelfe auf eine kleine Reise mit. Der Wind pustete sofort los und trug die Wasserelfe über das Land. So viel Schönheit hatte sie noch nie erblickt. Die Mutter Erde zeigte ihr die wunderschönsten Schätze dieser Insel. Kurz darauf entfachte das Feuer und zerstörte einige dieser Schätze. Darüber war die Elfe sehr verärgert und rief sogleich ihren Vater, den Gott des Meeres. Als er merkte, das die Wasserelfe das Wasserreich verlassen hatte, war er sehr erzürnt und schickte eine große Welle an Land. Sie zerstörte einen Teil der fruchtbaren Insel.

Der Vater befahl der Elfe sofort zum Meer zurückzukehren, ansonsten würde er die ganze Insel zerstören. Das konnte die Elfe natürlich nicht zulassen. Sie entschuldigte sich noch bei der Mutter Erde und den Menschen für ihre Neugier und deren Folgen. Schnell schwamm sie zurück zur Grotte und tauchte in die blauen Tiefen des Meeres ein. Von da an, hatten die Menschen immer volle Netze…

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Copyright by Twity-Autor, 2011-01-12

Im Mondesschein

Es ist mitten in der Nacht. Der Mond steht hoch am Himmel. Die kleinen Sterne blinken leuchtend hinab in die Dunkelheit. Tom wälzt sich hin und her in seinem Bett, er scheint sehr unruhig zu schlafen. Was quält ihn bloß? Er nimmt uns mit auf seine Traum-Reise…

Aufgewühlt sind seine Gedanken, er fühlt sich einsam, traurig und ihm ist kalt. Im Traum findet er sich auf einer schwebenden und weichen Wolke wieder und er hat angst zu fallen. Langsam versucht er aufzustehen und merkt plötzlich wie er von der Wolke zur Milchstraße getragen wird. Dort begegnete ihm der alte Mond. Er fragte ihn: „Wo bin ich hier und wie komme ich hier her?“
Der Mond lächelte ihn an und sprach: „Du bist deinem Traum gefolgt und bist hier in der Milchstraße.“
„Wie kann ich dir helfen, was führt dich zu mir?“ „Ach, lieber, alter Mond, mein Herz ist so schwer und voller Traurigkeit, ich finde keine Ruhe mehr. Und werde geplagt von Einsamkeit und Kälte. Ich kann auch keine innerliche Wärme mehr spüren.“

„Du hast ein wahrhaft schweres Los, ich werde versuchen dir zu helfen.
Du musst nur drei Aufgaben erfüllen, gelingt es dir sie zu lösen, so werde ich dich dafür angemessen belohnen.
Die erste Aufgabe will ich dir nun stellen, dafür hast du drei Tage Zeit.
Denke über dein bisheriges Leben nach und steige hinab in die Drachenschlucht, bringe mir die Fackel des ewigen Feuers. Die Wolke, mit der du gekommen bist, wird dich wieder zu mir bringen.“

Tom machte sich sogleich auf den Weg und begann dabei über sein bisheriges Leben nachzudenken.
Im Traum befand er sich nun wieder auf der Erde. Er kannte die Drachenschlucht nur zu gut und machte sich sogleich auf den beschwerlichen Weg. Er seilte sich an einen steilen Abhang herunter und begann die Schlucht zu durchsuchen. Aber er fand dort einfach keine Fackel. Enttäuscht kehrte er wieder zurück.

Der Mond erwartete ihn schon. Tom sprach zu ihm: „Lieber Mond, ich habe den beschwerlichen Weg auf mich genommen und konnte keine Fackel des ewigen Feuers finden.“
Und wieder lächelte der Mond und sprach zu Tom: “ Die Fackel des ewigen Feuers gibt es auch nicht, ich wollte nur sehen, ob du eine wirkliche Veränderung willst und ob du auch bereit bist, einen steinigen Weg für eine Veränderung zu gehen.
Nun sage mir noch, hast du über dein bisheriges Leben nachgedacht?“

“ Ja, das habe ich“ – sprach Tom. „Dann kennst du auch in deinen tiefsten Inneren die Lösung für deine Probleme. Das du mutig bist und kämpfen kannst, das hast du mir bereits bewiesen. Nun stehe dir nicht weiter selber im Weg und glaube nur fest an dich.“
Tom verstand die Antwort nicht und dachte darüber weiter nach, als er sich bereits verabschiedete und die Wolke ihn wieder zurück brachte.

Inzwischen war es sieben Uhr in der Frühe, der Wecker klingelte. Er erwachte aus seinem Traum und ihn umschlich ein seltsames und doch bekanntes, wohliges Gefühl. Warum fühlte er sich plötzlich nicht mehr so einsam und traurig und hatte positive Gefühle und Gedanken? Sein Herz raste nur so, aber diesmal ohne die Angst der Einsamkeit im Nacken oder eine Kälte im Herzen zu spüren. Was war mit Tom passiert?
Er hatte erkannt, das sich alles nur in seinem Kopf gedanklich abspielt und diese Gedanken sein ganzes Fühlen und Handeln beeinflussen. Wenn er selber eine Veränderung will, dann ist er auch selber in der Lage dazu.

Tom schüttelte den Kopf und musste über die List des Mondes in seinem Traum lachen. Er ging zum Fenster, schaute zum Himmel hinauf und sagte laut vor sich hin: „Ich danke dir lieber Mond – vielen lieben Dank für deine Weisheit.“ Und mit einem Lächeln im Herzen und einem Lied auf den Lippen, stürzte er sich in sein neues Leben. Heute soll der erste Tag in seinem neuen Leben beginnen…

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Twity, 27.02.2009
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Das Sonnenkalb

Die Welt ist voller schöner Gärten. Und alle Lebewesen haben etwas gemein, sie sehnen sich nach der Sonne. Und hier beginnt auch unsere Geschichte.

Auf einem Bauernhof lebt die Kuh Luise. Sie ist natürlich nicht allein. Dort gibt es noch viele weitere Kühe und den stattlichen Bullen Amadeus, die Hunde Apollo und Bino, das Kätzchen Gloria und jede Menge Federvieh.

Unweit vom Bauernhof gibt es saftige Wiesen. Und sobald der Tag anbricht und die Kühe gemolken sind, geht es bis zur Abenddämmerung hinaus ins sommerliche Grün.

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Luise hat ein Kälbchen geboren. Es ist bereits drei Tage alt und darf heute zum ersten Mal mit auf die Weide. Luise ist eine sehr gute Mutter, sie lässt ihr Junges kaum aus den Augen. Das gefällt dem jungen Kälbchen nicht immer. Es ist voller Neugier und Tatendrang und noch ohne Namen. Es zupft an den Gräsern, beäugt Schmetterlinge und Käfer und riecht an den bunten Wiesenblumen. Inzwischen ist es fast mittags und die Sonne steht direkt über ihnen. Und auf einmal bemerkt das Kälbchen den gelben Ball am Himmel und schaut zu ihm herauf. Immer wieder schaut das Kälbchen die Sonne an. Es scheint sich dabei sehr wohl zu fühlen und genießt die warmen Strahlen.

Irgendwann schläft das Kälbchen ein und die Sonne wandert etwas weiter. Als das Kälbchen aufwacht, schaut es erneut zum Himmel. Es entfernt sich weit von der Mutter, nur um der Sonne wieder etwas näher zu sein. Plötzlich wird die Idylle von Hundegebell unterbrochen.

Der Bauer will nach den Kühen schauen, um sie nach Hause zu treiben. Er wundert sich, dass das Kälbchen etwas abseits steht und in Richtung Wolken schaut. Luise versucht ihr Kleines mit Milch zu locken, doch es steht einfach nur traurig da.

Der Bauer lächelte und streichelt das Kälbchen. „Das war die Sonne,“ sagte er zu ihm. „Sie muss jetzt schlafen gehen. Genau wie du – mein kleines Sonnenkalb.“ Und er versprach dem Sonnenkalb, dass es morgen in aller Frühe wieder auf die Weide darf…

 

Twity, 11.09.2012
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Der Tischler und die Hexen

Vor vielen, vielen Jahren gab es noch sehr dichte Wälder. Die Sonne hatte es schwer durch die Äste und Zweige zu dringen. Deshalb war es auch in der Mitte des Waldes sehr viel dunkler und auch kälter als am Waldrand. In einem dieser Wälder lebten allerhand Gestalten und merkwürdige Tiere, die bisher noch nicht einmal einen Namen hatten. Die Menschen in der Umgebung fürchteten diesen Wald, obwohl er sehr fruchtbar war und reichlich Pilze, Früchte, Kräuter und Holz hervorbrachte.

Eines Tages stieg in jenem Wald Rauch auf und alle angrenzenden Bewohner verriegelten sofort ihre Türen und Fensterläden. Der Vollmond strahlte gerade am Himmel und Angst und Zauber verbreiteten sich in der Luft.

Ein junger Tischler wagte sich am Tag zuvor in aller Frühe zum Rand des Waldes, da ihm das Holz ausgegangen war. Zu seinem Schutz trug er immer sein Amulett, welches schon viele Generationen im Familienbesitz war. Seinen treuen Wachhund, einen Karren und eine scharfe Axt nahm er mit. Bruder und Vater warnten ihn noch zuvor vor den Dämonen und bösen Geistern des Waldes, doch er ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen.

Er fällte gerade den ersten Baum, da fuhr ihm mit einmal der Schrecken in die Glieder und ein kalter Schauer lief über seinen Nacken. Plötzlich konnte er die Axt nicht mehr heben. Regungslos stand er da und nur seine Augen konnten sich noch bewegen. Als er zu seinen Füßen schaute, sah er im Rest des Baumstumpfes abertausend winzige Eier liegen, die sich mit einem Male rasant vergrößerten und dann platzten.

Sein Hund konnte nicht mehr bellen und wurde zur Hälfte zu Stein. Er hatte einen Zauberbaum gefällt und nahm den Baum gerade die Unsterblichkeit. Nun konnte die Sonne und die angewärmte Luft in den Baumstumpf vordringen und dessen Leben am Waldrand gänzlich auslöschen.

Auf einmal war er von zwei Hexen umgeben, die einst diesen Zauberbaum pflanzten. „Dafür sollst du büßen, du einfältiger Narr,“ sprach sogleich die ältere Hexe und erhob vor Wut ihren Zauberstab. Noch bevor ihm der Tod ereilte – ging die jüngere Hexe in letzter Minute dazwischen. „Lass ab Mutter, ich bitte dich, nimm ihm nicht das Leben, er könnte uns noch eines Tages von Nutzen sein.“ Und weil die Hexen-Tochter so bettelte, gab sie am Ende schließlich nach. Sie verwandelte ihn allerdings an Ort und Stelle in einen Esel und er musste zur Strafe beide Hexen bis zu ihrem Hexenhaus tragen. Völlig entkräftet kam er nach ungefähr zwei Stunden dort an. Sie zauberten ihm direkt neben der schiefen Holzhütte einen engen Stall, ohne ein Fenster und gaben ihm noch vorher reichlich Tritte und Schläge. Nach zwei Tagen bekam er endlich etwas Wasser und verschimmeltes Brot. Am dritten Tag musste er alle anfallenden Reparaturen im Hexenhaus erledigen und an den weiteren Tagen Schüsseln, Teller, Krüge und Tassen schnitzen. Während seiner Arbeiten wurde er am Tag wieder zum Mensch und sobald die Dämmerung hereinbrach – verwandelte er sich wieder in einen Esel.

Eines Tages wollte es der Zufall, dass nach mehreren Wochen der Gefangenschaft das Bett der jüngeren Hexe entzwei ging. Sie drängte ihre Mutter so lange, bis sie den Tischler damit beauftragte und er musste sogleich mit seiner neuen und schweren Arbeit beginnen. Die Hexen führten ihn zu einer besonderen Stelle im Wald, wo keine Zauberbäume wuchsen. Jene sollte er schlagen und ein neues und langlebiges Schaukel-Bett bauen.

Die junge Hexe war manchmal auch eine verträumte und verspielte Hexe, die hin und wieder die Menschen in ihren Hütten beobachtete. Oft wurde sie schon von anderen Hexen gerügt, weil sie nicht böse genug sei. Einmal sah sie vor einer fast zerfallenen Hütte ein kleines Schaukelbett – in dem ein kleines Menschenkind lag. Und genau so ein Bett sollte der Tischler für sie erschaffen. Die langen Seiten des Bettes sollten mit Schlangen und Spinnen verziert sein und am Kopfende soll ihr Kater das wertvolle Holz zieren. Das Fußende sollte einer der schwersten Aufgabe für ihn werden. Er sollte dort ihr Ebenbild erschaffen. Bei diesem Gedanke gruselte es ihm besonders.

Aber nach der langen Zeit des Bückens war der Tischler endlich froh wieder für eine längere Zeit aufrecht zu gehen und begann sofort mit der Arbeit um nicht die Hexen zu erzürnen. Gleichzeitig dachte er an Flucht. Doch die beiden Hexen passten gut auf ihn auf und ließen ihn kaum aus den Augen.

Als er ein scharfes Messer zum Schnitzen verlangte, wendet sich die Hexenmutter für eine Weile ab. Bevor sie ging, zauberte sie ihm aber schnell noch Fußfesseln, damit er nicht auf dumme Gedanken kommt. Jene waren aus starken Efeuranken. Diesen Moment nutzte der Tischler zur Planung seiner Flucht. Als sie gerade im Hexenhaus war um ein geeignetes Messer zum Schnitzen zu holen, dachte er sich schnell eine Lüge für die jüngere Hexe aus. Unter dem Vorwand seine Notdurft zu verrichten, lenkte er ihre Blicke kurzzeitig ab. Blitzschnell griff er zur Axt und befreite sich von den Fußfesseln und rannte so schnell wie es ging noch tiefer in den Wald, um sich vor ihnen zu verstecken.

Als die junge Hexe die Flucht bemerkte nahm sie sofort die Verfolgung auf und alarmierte per Zauberstab die Mutter. Es dauerte nicht lange, da verriet ein ergebener Troll das Versteck des Tischlers. Er hatte sich in dessen Höhle ausgeruht, ohne zu wissen wessen Behausung dies ist. Er ist dort vor Erschöpfung einfach eingeschlafen. Der Zorn der beiden Hexen war gewaltig, sie schäumten inzwischen vor Wut. Als sie ihn beide fanden – zogen sie gleichzeitig ihren Zauberstab um ihn diesmal endgültig das Leben zu nehmen. Der Strahl der beiden Zauberstäbe war aber so intensiv, dass er die Umgebung blendete und direkt auf das Amulett fiel. Jenes reflektierte den Zauberstrahl und beide Hexen sackten plötzlich zusammen. Ihre Körper veränderten sich in wenigen Sekunden und am Schluss waren sie dicke und rote Erdbeeren. Der Zauber fiel vom Tischler ab. Alle Zauberbäume fingen Feuer und ein dichter und schwarzer Rauch stieg auf. Doch schon nach wenigen Minuten löschte auf wundersame Weise eine große und schwarze Regenwolke dieses Feuer und aus der Asche der Bäume wuchsen wundervolle Lebensbäume. Als er allerdings nach den Zauberstäben greifen wollte, wurden diese zu Zuckerstäben. Die Trolle und Dämonen verwandelten sich zu unterschiedlichen Pilzen, manche waren sogar genießbar. Weitere Zauberwesen des Waldes wurden zu Beeren, Sträuchern, Kräutern und Blumen. Und auf einmal ward der Wald viel heller und freundlicher. Überall waren Blumenteppiche zu sehen und die dicksten Pilze sprangen aus dem Boden. Und weil er gerade so hungrig war, bediente er sich gleich an den Früchten und pflückte hernach noch einen dicken Blumenstrauß für sein liebes Weib. Diese hatte sich bestimmt schon sehr große Sorgen um ihn gemacht.

Er wartete noch bis zur frühen Abendstunde und schaute nach dem Sternenzelt. Der volle Mond zeigte ihm den Weg nach Hause. Am Waldrand angelangt, lief ihm aufgeregt sein Hund entgegen. Den Karren ließ er dort zurück, um am nächsten Tag für seine Werkstatt neues Holz zu holen. Die erfreuliche Nachricht seiner Rückkehr verbreitete sich wie der Blitz. Und nach und nach wagten sich die Menschen in den einstigen Zauberwald.

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© by Twity-Autor, 14.08.2014

Der Brunnen

Die Magd, die an dem Brunnen saß,
sie sollte Wasser holen.
Die Traurigkeit hockt mit im Gras,
es wurde ihr befohlen.

Der Brunnen, er war wirklich tief,
kein Eimer weit und breit.
Die guten Geister, die sie rief,
sie kamen zur rechten Zeit.

“ Du süßes Kind, nun weine nicht,
die Hilfe ist schon nah.“
Sie trocknet schnell noch ihr Gesicht,
sie staunt, was dann geschah.

Der Eimer fing zu schweben an,
taucht in den Brunnen ein.
Noch ehe sie sich recht besann,
schöpft er statt Wasser Wein.

„Du liebes Kind, lauf schnell zurück,
wir wollen bei dir sein.
Bald kommt zu dir das holde Glück,
bring deinen Herrn den Wein.“

Am Tore schimpft der Herr recht laut.
„Wo steckt das dumme Kind?“
Die Magd, die sich kaum heimwärts traut,
begleitet jetzt der Wind.

Er bläst den Bauer einfach fort,
er ward nicht mehr gesehen.
Es herrscht jetzt Ruhe an dem Ort,
der Magd wird nichts geschehen.

Sie bietet täglich süßen Wein,
der Brunnen ist ihr hold.
Die Geister, sie beschützen sie,
und machten das Wasser zu „Gold“.

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Twity, 22.04.2009
Copyright by Twity-Autor

König Edward und das Männlein

Es war einmal ein altes Ross,
der Edward war sein Pferdeboss.
Er ritt bei Tag durch Wald und Flur
und Majestät sah nicht die Schnur.

Ein lauter Schrei, der Edward flog,
das Ross rennt schnell zum Pferdetrog.
Die Krone ist vom Haupt gefallen,
das blaue Blut beginnt zu wallen.

Zu Fuß muss er des Weges gehen,
er hört Gesang und bleibt gleich stehen.
In seinem Wald, er glaubt es kaum,
da hockt ein Männlein auf dem Baum.

Und singt so furchtbar schräge Töne,
vom König und auch seiner Söhne.
Da platzt dem Edward rasch der Kragen.
Wie kann das Männlein dies nur wagen?

Das Männlein stieg von seinem Ast,
erkennt den König wutentprasst.
Und droht mit seinem Zeigefinger,
er spricht ein Fluch, der gilt für immer.

Der Edward wollte sich noch rächen,
doch er konnte nicht mehr sprechen.
Das Männlein tarnte sich im Nu
und lies den König dann in Ruh‘.

Verstört kommt er im Schlosse an
und zeigt, das er nicht sprechen kann.
Die Ärzte wussten keinen Rat,
der Edward schreitet nun zur Tat.

Der ganze Wald wird untersucht,
man fand das Männlein, wie es flucht.
Es wurde königlich „belohnt“,
gekettet er im Kerker „thront.“

Und später stellte sich heraus,
das Männlein war sein Bruder Klaus.
Ein altes Weib hat ihn verhext
und ihn mit Flüchen zugetext.

Seit Jahren war er schon verschollen
und bittre Tränen sollten rollen.
Sie hielten sich ganz fest im Arm,
der Fluch – er brach, die Liebe kam.

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Twity, 06.11.2009
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