Die Liebe

 

Die Liebe nimmt uns Sorgen fort,
die Liebe lässt uns schweben.
Sie ist uns gar der liebste Hort,
solange wir auch leben. 

Die Liebe spinnt mit Leichtigkeit,
des Schicksals große Fäden.
Mal ist sie nah und manchmal weit,
sie herzt und kann nicht reden.

Die Liebe wächst, wenn man sie hegt,
bis zum letzten Tage.
Und wer sie immer mit sich trägt,
vermehrt sie, keine Frage.


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Twity, 30.10.2016
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Der Igel im Hühnerstall

Der Igel hat zu kurze Beine,
drum rollt er sich gekonnt zum Ball.
Das macht er öfters ganz alleine,
speziell in diesem einen Fall.

Er wohnt im Stall bei Hühnern, Enten,
das Gackervolk ist ziemlich dumm.
Denn wenn sie ihn beim Stehlen fänden,
dann pickten sie auf ihn herum.

Er kann sie auf das Korn nicht leiden,
sie streiten sich und sind sehr laut.
Kontakt mit Katzen will er gern meiden,
ihr Katzenfutter hat er nachts geklaut.

Und hin und wieder eben Eier,
sie kommen bei ihm bestens an.
Im Stall fühlt er sich rundum freier,
da er nach Lust und Laune fressen kann.

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Twity, 23.10.2016
© by Twity-Autor

 

Der Igel und der Komposthaufen

 

Der Igel sucht ein warmes Dach,
die Nase meldet Kälte.
Noch ist er putzig und hellwach,
das ändert sich in Bälde.

Ein Unterschlupf wird inspiziert,
ein Polster angefressen.
Der Winterschlaf wird zelebriert,
er hungert unterdessen.

Dann schläft er fast ein halbes Jahr,
in einem Komposthaufen.
Und ist der Frühling wieder da,
wird er nachts durch Gärten laufen.


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Twity-Autor, 22.10.16
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Junge Maid

 


Sei nicht traurig junge Maid,

alles hat nun mal ein Ende.
Auch der Herbst hat seine Zeit,
mit der bunten Blätterwende.

Jene segeln gelb nach unten,
decken Wiesen, Straßen zu.
Igel werden noch gefunden,
und der Abschied folgt im Nu.

Er ist nicht von kurzer Dauer,
mindestens bis März, April.
Im Dezember wird es rauer,
weil der Winter es so will.

Sei nicht traurig junge Maid,
wenn die kalten Winde tosen.
Denn es blüht zur Winterzeit
immerhin Schneewittchen-Rosen.

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Twity-Autor 21.10.2016
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Blätterfall

 

Der kühle Wind zupft an den Blättern,
gar manche halten sich gut fest.
Da nützt kein Schimpfen oder Wettern,
natürlich fällt auch bald der Rest.

Es raschelt übervoll am Boden,
so mancher Große wird zum Kind.
Erzählt aus Kindertagen Episoden,
von seiner Laubburg und dem Wind.

Und fährt dabei mit seinen Schuhen,
verschmitzt durch gelbes Bergenlaub.
Alsbald kommt er zum Stocken, Ruhen
und macht sich langsam aus dem Staub.

Er sammelt noch vereinzelt Igel,
als „Bastelkram,“ wie er schön sagt.
Und beißt gleichsam von einem Riegel,
weil ihm der Hunger langsam plagt.

Und jener zieht ihn auch nach Hause,
dort schaut er durch die Fensterscheibe.
Das Wetter macht gewünschte Pause
um seine wetterfeste Bleibe.

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Twity, 21.10.2016
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Willkür

Im Herzen jung,
noch voller Schwung,
kaum einer will sie haben.
Ab vierzig Jahre schon zu alt,
die Arbeitswelt ist rau und kalt,
manch Ziel wird untergraben.

Sie sitzen auf der Wartebank,
das macht gar manchen „Alten“ krank.
Ihr Fleiß galt bis zum letzten Tag,
mit fachlich gutem Wissen, 
sie fühlen sich beschissen,
weil es nicht an ihnen lag.

Arbeit ist ein knappes Gut,
fast jeder weiß wie gut sie tut.
Die Altersrente kommt erst spät,
bis dahin zahlt man Stütze,
dabei sind sie noch nütze,
wenn nicht ihr Selbstbewusstsein geht. 

Politisch ist dies hausgemacht,
die oben freut's, die Armut lacht.
Wen kümmern schon die „Alten,"
wenn sie nach vielen Arbeitsjahren,
kein Lohn, doch Willkür reich erfahren,
da jeder seinen Stempel macht.


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Twity, 16.10.2016
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Sankt Martin und der Schaukelmond


Im Hausflur geht das Licht bald aus,

gleich leuchtet die Laterne.
Flugs holen wir den Stab heraus,
und leuchten in die Ferne.

Er hängt an einem Schaukelmond,
rasch wollen wir nach draußen.
Und schauen wo der Bischof wohnt,
und schnell zum Domplatz sausen.

Dort trifft sich bald die halbe Stadt,
die Großen und die Kleinen.
Und wer noch keine Laterne hat,
kann sich im Geist vereinen.

Denn mit dem ersten Glockenschlag
passiert ein kleines Wunder.
Der frühe Abend wird zum Tag,
der Domplatz hell und bunter.

In jenem großen Lichtermeer
erleuchten die Gesichter.
Der gute Geist zieht dort umher,
die Menschen rücken dichter.

Fromme teilen Hörnchen aus,
vor Türen singen Kinder.
Manche Gans wird dann zum Schmaus,
der Umzug freut nicht minder.

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Twity, 16.10.2016
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Aus dem Wald

 

Aus dem Wald, da ruft es her,
im Dickicht nah der Linden.
Die Laute werden mehr und mehr,
wen mag man denn dort finden?

Der Herbstwald trägt noch Unterholz,
zwar fallen seine Blätter.
Bald ist er nackt, doch was soll's,
wir haben schließlich Wetter.

Aus dem Wald, ein tiefer Ton,
es hallt des Jägers Horn.
Und bei Gott, man sieht es schon,
er nimmt etwas aufs Korn.

Und siehe da, ein Dackel rennt
den Braten zu beschnüffeln.
Und wer Latein vom Jäger kennt,
erjagt wie er die Trüffeln.


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Twity, 12.10.2016
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