Der Pflaumenbaum


Die Taube sitzt in meinem Traum,
ein Traum von einem Bäumchen.
Ich sehe, doch ich glaub' es kaum,
sie scheißt auf edle Pfläumchen.

Sie flattert mehrfach hin und her,
und pickt sich durch die Schalen.
Die Pflaumen selber sind zu schwer,
sind überreif und strahlen.

Auf einmal zieht sie einen Wurm
und bringt ihn heil zum Neste.
Sie fliegt zum nahen Glockenturm,
der Wind entsorgt die Reste.

Zu Boden fällt der blaue Schmaus,
ein Admiral ist schnell zur Stelle.
Der Edelfalter saugt sie aus,
und wartet noch, für alle Fälle.


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Twity, 25.08.2016
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Abendstimmung

Die Sonne sinkt, der Mond schaut zu,
das Rot umhüllt den Abend.
Die Ruhe legt sich über Sand,
gar mancher schlendert Hand in Hand,
sich an der Stimmung labend.

Die Möwen ziehen übers Meer,
zur besten Abendstunde.
Und als das Zelt voll Sterne steht,
wünscht mancher das sie nie vergeht,
und feilscht um die Sekunde.

Der Leuchtturm blinkt, die Ferne schweigt,
die Wellen hört man brechen.
Und man genießt und schaut sich an,
damit das Herz empfangen kann,
mag keiner weiter sprechen.

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Twity, 23.08.2016
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Guten Morgen

Guten Morgen ihr Leute,
heraus aus den Federn,
hinein in die Kleider,
der Wecker schellt leider,
da hilft auch kein zetern.

Der Morgen bringt Frische,
die Zeit geht voran,
der Tag nutzt die Stunden,
er wird sie bekunden,
wo immer er kann.

Dem sollten wir folgen,
solange man ist,
drum lasset uns walten,
und leben und schalten,
bevor das Gewissen uns frisst.

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Twity, 21.08.2016
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Gute Nacht

Der Tag war lang, am Himmel steht
der Mond und scheint herunter.
Es ist fast finster, richtig spät,
und da er wacht und noch nicht geht,
ist er bis morgens munter.

Die Engel hat er mitgebracht,
nun schnell ins Schlummerkissen.
Und allen eine gute Nacht,
und träumt recht schön, bis sie erwacht,
sie lässt es euch bald wissen.

Twity, 15.08.2016
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Die Raupe

Die Raupe rutscht vom Ahornblatt,
denn jenes ist ganz feucht und glatt,
(ich dachte erst, sie schafft es noch,)
doch fiel sie durch ihr eigenes Loch.
Zuvor fraß sie sich rund und dick,
dann kam es zu dem Missgeschick.
Ich hoffe nur, das arme Ding,
wird trotzdem noch ein Schmetterling.


Twity, 09.08.2016
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Der herzensgute Harlekin

Ein kunterbunter Harlekin,
mit Schellen und mit Kappe,
hatte einen lieben „Spleen,“
trug Nasen oft aus Pappe.

Er suchte kranke Kinder auf,
sie hörten ihn von Weitem.
Geschichten las er oft zuhauf,
sie konnten ihn gut leiden.

Die Kinder waren sterbenskrank,
er schenkte ihnen Lachen.
Wenn eines in die Arme sank,
ließ er es gerne machen.

Er herzte sie, er tat so gut,
er konnte prima trösten.
Er gab den kranken Kindern Mut,
bis sie sich von ihm lösten.

Der herzensgute Harlekin
begann dann still zu weinen.
Er ließ die Sternenkinder zieh’n,
die Großen und die Kleinen.

Twity, 09.08.2016
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Ich bin das Gewissen

Ich bin das Gewissen und kenne euch alle,
ich stelle beflissen bewusst meine Falle,
ich hab‘ kein Erbarmen mit Reichen und Armen,
bei mir seid ihr gleich, ob arm oder reich.

Ich bin das Gewissen und liebe die Schwachen,
da sie zuerst Handeln und ich darf dann lachen,
Sie denken erst später, dies kommt mir gelegen,
bei mir seid ihr gleich, ob arm oder reich.

Ich bin das Gewissen und schlage zu Buche,
ich täusche und locke und finde und suche,
ich kriege fast alle, ob groß oder klein,
bei mir seid ihr gleich, ob arm oder reich.

Twity, 08.08.2016
© by Twity-Autor

Wenn das Herz dir schwerer wird

Wenn das Herz dir schwerer wird,
steigt auch gleich die Last.
Wenn man diese umverteilt,
ist man davon nicht befreit,
weil nichts zur Zukunft passt.

Manchmal wächst man ab und zu,
wenn man sich ihr stellt.
Packt man Kummer an dem Schopf,
denkt er klarer, unser Kopf,
und heller wird die Welt.

Nichts ist für die Ewigkeit,
kein Weinen, Bangen, Hoffen.
Alles nimmt erst seinen Lauf,
gibt man selber niemals auf,
ist man fürs Leben offen.

Wenn das Herz dir schwerer wird,
sitze es nicht aus.
Manches klare ernste Wort,
treibt mitunter Sorgen fort,
macht gar Glück daraus.

Twity, 08.08.2016
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Die Wassermelone

Einst rollte die Melone
aus ihrem harten Bett,
damit man sie verschone,
sie war schon süß und fett.

Und als sie da so rollte,
so eins, zwei Stunden lang,
da kam es wie es sollte,
zum Glück und Gott sei Dank.

Es hat sie wer gefunden,
die Sonne brannte heiß,
man ließ sich jene munden,
gekühlt und auch auf Eis.

Sonst wäre sie verdorben,
das dumme, dumme Ding,
es war im Land der Sorben,
als jemand diese fing.


Twity, 08.08.2016
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Ein Hauch vom Sommer

Die Luft ist schwül, die Wiese warm,
die schönsten Rosen blühen.
Der Sommer süßt gestrauchte Beeren,
die wir gezuckert später leeren,
sofern wir uns um sie bemühen.

Die Sonne strahlt, der Himmel bläut,
vereinzelt ziehen weiße Wolken.
Gar mancher nutzt beherzt sein Rad,
und frönt dem Nichts, dem Sonnenbad,
er muss nur seiner Seele folgen.

Mitunter stürzt wer in die Fluten,
bisweilen liest man gern ein Buch.
Der Sommer hat sehr viel zu bieten,
den Strandkorb kann man auch noch mieten,
der Sonnenbrand bleibt immer Fluch.

Der Wind kühlt ab, der Abend naht,
weit oben fluten klare Sterne.
Die Schwalben ziehen sich zurück,
es schweift ein allerletzter Blick,
zum alten Mond, aus großer Ferne.


Twity, 07.08.2016
© by Twity-Autor